Projekt Steinkauz

Steinkauz
Projekt Steinkauzerfassung und -schutz
Ein Projekt im Rahmen der Kooperation zwischen Umweltamt der Stadt Aachen und dem NABU Stadtverband Aachen e.V.


Der Steinkauz (Athene noctua)
unsere kleinste heimische Eulenart
Steinkauz (Athene noctua) - Steckbrief (Aletsee M.)-

Kennzeichen und Verhalten: Der Steinkauz ist im Rheinland unsere kleinste Eulenart. Grundfarbe braun, hell gesprenkelt. Augen gelb. Ruf: ein helles durchdringendes „kwiu“. Vorwiegend dämmerungs- aber z.T. auch tagaktiv. Ansitzjäger. Reviergröße 10 - 40 ha.

Biotopwahl und Nahrung:
Er besiedelt vorwiegend alte Streuobstbestände und extensiv genutzte Weiden mit Kopfbäumen und Schneitelbuchen. Hier findet er sowohl ausreichend Nahrung als auch geeignete Bruthöhlen. Als Brutplatz werden neben natürlichen Baumhöhlen auch entsprechende Brutmöglichkeiten in alten Gemäuern oder auch künstliche Röhren angenommen. Als Nahrung bevorzugt der Steinkauz Kleinsäuger (Mäuse). Er erbeutet aber auch Kleinvögel, Insekten und sogar Regenwürmer. Als Endglied der Nahrungskette ist der Steinkauz ein hervorragender Indikator der strukturierten, extensiv genutzten Kulturlandschaft.

Bestand und Bestandsentwicklung: Die Niederrheinische Bucht gilt als Verbreitungsschwerpunkt des Steinkauzes in Deutschland. Der Kreis und die Stadt Aachen werden flächig mit geringer Dichte bis zur südlichen Grenze, Sief - Hahn - Breinig, besiedelt. Die Höhenlagen der Eifel (Roetgen, Simmerath) werden aus klimatischen Gründen gemieden. Seit den 50iger Jahren erleidet der Steinkauz in der Region, wie in ganz Europa dramatische Populationseinbußen. Rote Liste NRW: gefährdet

Gefährdungsursachen:
Hauptursache für den kontinuierlichen Rückgang, ist die parallel verlaufende Zerstörung des Lebensraumes: Flurbereinigung, Abholzung alter Streuobstbestände und Kopfbäume, Vernichtung ortsnaher Weideflächen durch Neubausiedlungen. Zusätzlich wirkt sich der Pestizideinsatz und der zunehmende Autoverkehr negativ auf den Bestand aus. Natürliche Verluste durch Prädatoren (Habicht, Marder, etc.) oder strenge, schneereiche Winter werden von einer stabilen Population schnell ausgeglichen.

Schutzmaßnahmen:
Entsprechend den Gefährdungsursachen muss der Schwerpunkt aller Schutzbemühungen auf den Erhalt und die Neuschaffung geeigneter Lebensräume liegen. In der Aachener Region gilt es insbesondere reichstrukturierte Grünlandflächen (inkl. Kopfbäume, Hecken, alte Streuobstbestände) zu sichern. Darüber hinaus müssen solche Strukturen wieder neu geschaffen werden. Da in den sechziger bis achtziger Jahren fast keine hochstämmigen Obstbäume gepflanzt wurden, ist das Anbringen künstlicher Brutröhren oftmals notwendig.

Die Naturschutzstation Aachen koordiniert in Kooperation mit dem Umweltamt der Stadt Aachen alle 2 Jahre eine Steinkauz-Revierkartierung:

Ziele der regelmäßigen Erfassung sind:
  • Flächige Ermittlung des Bestandes in der Stadt Aachen Bestandsentwicklung durch Vergleich mit früheren Kartierungen Untersuchung der Revierbindung an Streuobstwiesen und anderen Strukturen
  • Ermittlung der Effizienz von künstlichen Brutröhren
  • Entwicklung der Revieranzahl des Steinkauzes (Athene noctua) in der Stadt Aachen 1995-2005. Aus: ALETSEE M. (2006): Der Steinkauz (Athene noctua) in der Stadt Aachen. Bestand, Populationsentwicklung und Schutzmaßnahmen. Projektbericht der Naturschutzstation Aachen.
 
Der Waldkauz Broschüre GrenzRouten 2009 Fast weg ... der Weißstorch