Gemeinsame Aktionen gegen das Springkraut

Drüsiges Springkraut Kleinblütiges Springkraut Großes Springkraut
NABU Aachen setzt sich für die lokale Biodiversität ein und bittet um Mithilfe
Wie in anderen Gebieten Europas wird auch in Deutschland die Biodiversität durch gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten bedroht. Solche Arten kommen von Natur aus nicht in Deutschland vor, sondern wurden durch menschliche Aktivitäten hierher eingeschleppt. Problematisch wird es jedoch erst dann, wenn sich diese Arten stärker ausbreiten als die einheimischen und letztere verdrängen. Dadurch wird die Artenvielfalt verringert und die Ökosysteme werden gefährdet. Eine solche Pflanze ist das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera), das auch Indisches Springkraut genannt wird. Ursprünglich im Himalaya beheimatet, gelangte die Art als Gartenpflanze auch nach Deutschland. Durch den „Sprung über den Gartenzaun“ hat sich das Springkraut in den vergangenen Jahren auch im Aachener Wald sowie entlang von Bächen wie Inde und Wurm sehr stark ausgebreitet.


Foto: Drüsiges Springkraut (NABU/H.May)

Auf der Basis jährlicher Kartierungen der Springkrautbestände geht der NABU Aachen dieses Problem seit 2011 unter Leitung von Volker Dohm und Mithilfe von NABU-Mitgliedern, freiwilligen Helfern aus der Aachener Bevölkerung und von Schulklassen aus Aachen an. Die stadtweite Koordination des Projektes hat die NABU-Naturschutzstation Aachen im Rahmen einer Kooperation mit der Unteren Landschaftbehörde der Stadt Aachen übernommen. Sämtliche Standorte und Bekämpfungsflächen werden in einer Datenbank inventarisiert, so dass die Effizienz der Maßnahmen überprüft werden kann. Nachdem in den vergangenen Jahren im schutzwürdigen Biotop Wolfsschlucht, am Entenpfuhl, im Preuswald Nord, im Naturschutzgebiet (NSG) Brander Wald und in Teilbereichen des NSG Indetal große Erfolge erzielt wurden, widmet sich der NABU Aachen nun den Nacharbeiten in diesen Gebieten, um Nachhaltigkeit zu erzielen. Von Juni bis September sind bereits mehrere Aktionen geplant, an denen sich jeder beteiligen kann. Im nächsten Jahr stehen dann weitere schutzwürdige Biotope im Aachener Wald, die von Springkraut überwuchert werden, im Fokus.

Dabei bedürfen die Aachener Bäche besonderer Aufmerksamkeit, weil sich das Drüsige oder Indische Springkraut entlang der Bachufer sehr schnell ausbreiten kann. Der NABU bittet die Bürgerinnen und Bürger, die Ufer der zahlreichen Bäche zu beobachten und auch kleinere Springkrautbestände der NABU-Geschäftsstelle zu melden. Dies gilt auch für neue Bestände im Aachener Wald. Aktuelle Informationen über bereits kartographisch erfasste Bestände kann man über die Webseite springkraut.webs.com erhalten.

Beim Bekämpfen der Pflanzen sollte Folgendes unbedingt beachtet werden:
1.Unterscheidung der Springkrautarten:
In Mitteleuropa gibt es inzwischen drei Springkrautarten, von denen aber nur das rosablühende Drüsige (oder Indische) Springkraut als invasive Art gilt und nach Empfehlung des Landesumweltamtes NRW (LANUV) dort bekämpft werden sollte, wo es die einheimische Vegetation überwuchert. Die beiden anderen, gelbblühenden Arten kommen auch im Aachener Stadtwald vor, sollten aber in keinem Fall ausgerissen werden!
Insbesondere an Blattstellung und Blattform kann man die Arten auch außerhalb der Blütezeit unterscheiden:
Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera): Blüten purpurrot, rosa oder weiß, Blätter gegenständig (am Stängel gegenübersitzend oder zu dritt) und schwach gezähnt, Stängel unten rötlich, wird bis zu 2,5 m hoch; Heimat Indien, Himalaya.
Großes Springkraut oder Rühr-mich-nicht-an (Impatiens noli-tangere): Blüten zitronengelb, Blätter wechselständig und schwach rundlich gezähnt, Stängel hellgrün, selten höher als 60 cm; Heimat Eurasien bis Nordamerika.


Foto: Großes Springkraut (NABU/R. Güttes)

Kleinblütiges Springkraut (Impatiens parviflora): Blüten blassgelb, Blätter wechselständig, aber spitzer gezähnt, Stängel grün, 20-60 cm hoch; Heimat Zentralasien.


Foto: Kleinblütiges Springkraut (NABU/R. Güttes)

2.Verhaltensregeln in der Natur:
Niemand sollte „auf eigene Faust“ Springkraut ausrupfen. Bitte beteiligen Sie sich nur an den von den Fachleuten des NABU Aachen und mit dem Forstamt abgesprochenen Aktionen!
Bitte vermeiden Sie das Betreten von Waldflächen außerhalb der Wege; Sie gefährden die Vegetation und könnten brütende Vögel und andere Kleintiere stören!
In Naturschutzgebieten (NSG) ist es grundsätzlich verboten, die Wege zu verlassen oder Pflanzen auszureißen. Daher finden in NSG nur Aktionen des NABU in Absprache mit dem Umweltamt der Stadt Aachen statt, wenn dies aus naturschutzfachlicher Sicht erforderlich und vertretbar erscheint!
 
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