Ein Meilenstein für den Naturschutz in Aachen

4. Mai 2015
Die NABU-Naturschutzstation Aachen erhält eine
Landesförderung.


„Gerade rechtzeitig vor Weihnachten erhielt die NABU-Naturschutzstation Aachen den Förderbescheid der Bezirksregierung Köln“, freut sich Jochen Schumacher, erster Vorsitzender des Trägervereins. Nach den Förderrichtlinien des Landes für Biologische Stationen wird die Naturschutzstation Aachen nun zu 80% vom Land Nordrhein-Westfalen und zu 20% von der Stadt Aachen finanziert, insgesamt mit gut 100.000 Euro jährlich.

Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz hatte die Verwaltung schon im Herbst 2011 beauftragt, den Weg für eine landesgeförderte Naturschutzstation zu bereiten. „Doch bis zur Zusage war es noch ein langer Weg“ sagte Gisela Nacken, scheidende zweite Vorsitzende und ehemalige Bau- und Umweltdezernentin der Stadt Aachen. Denn es musste nicht nur ein neuer Verein in gemeinsamer Trägerschaft des NABU Aachen und der Stadt Aachen gegründet werden, sondern auch ein gemeinsamer Dachträgerverein mit einer weiteren Station, der NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath im Kreis Heinsberg.

Hintergrund ist, dass das Land nach den Biologischen Stationen in Bonn und Münster keine weiteren Naturschutzstationen mehr in kreisfreien Städten fördern wollte, aber auch, um durch die Kooperation Synergieeffekte für den Naturschutz in der Region freizusetzen.

Für Gisela Nacken, die Mitinitiatorin der Station, ist der Förderbescheid ein schönes Abschiedsgeschenk gewesen. „Für den Naturschutz in Aachen ist es ein Meilenstein auf dem Weg zum besseren Schutz der biologischen Vielfalt, zu dem sich die Politik verpflichtet hat“, so Claus Mayr, erster Vorsitzender des NABU-Stadtverbandes Aachen. Zeigt es doch, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit in der Naturschutzfacharbeit ist, bei ansonsten oftmals unterschiedlichen Meinungen und Positionen zwischen ehrenamtlichem Naturschutz einerseits sowie Politik und Verwaltung andererseits.

„Die Zusammenarbeit zwischen dem NABU und der Stadt Aachen besteht nicht erst seit gestern. Die Naturschutzstation, bisher in alleiniger Trägerschaft des NABU, baut auf eine mittlerweile achtjährige sehr erfolgreiche Kooperation auf“, berichtet Klaus Meiners vom Fachbereich Umwelt der Stadt. Schutzaktivitäten und -projekte machen die fachlichen, aber auch die wirtschaftlichen Vorzüge der Station für die Stadt nur zu deutlich: darunter das Interreg-Projekt „Habitat Euregio“, das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Gelbbauchunken-Projekt und der Landschaftspflegehof des NABU, der über 30 Hektar Kulturlandschaft - darunter zahlreiche Flächen in städtischem Eigentum - mit Dutzenden seltenen Pflanzen- und Tierarten pflegt und entwickelt.

Was ist in Zukunft neu? „Erstmals werden wir eine stabile Personaldecke für unsere Naturschutzarbeit in Aachen haben“, erläutert Dr. Manfred Aletsee, wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer der Station. Zwei halbe Stellen wurden kurzfristig besetzt, und so können viele Projekte ausgeweitet und intensiviert werden. Die Zusammenarbeit mit den Landwirten und die Entwicklung der Aachener Naturschutzgebiete soll weiter verbessert, die Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsarbeit intensiviert werden.

Auch in Zukunft werden die „Profis“ die Naturschutzarbeit nicht alleine bewältigen können. „Sowohl bei der Erfassung, zum Beispiel seltener Vogelarten, als auch bei der Biotoppflege ist die Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Naturschutz ein wichtiges und unverzichtbares Anliegen“, so Jochen Schumacher vom Trägerverein der Station abschließend.
 
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