10. Aachener Obstwiesenfest

26. September 2017
Die Gemeinden im Aachener Raum waren einst wichtige Zentren der Streuobstwiesenkultur: Tausende von hochstämmigen Obstbäumen umgaben die Stadt und die umliegenden Ortschaften. Von hier aus wurden die Märkte in und um Aachen bedient.



Bei strahlendem Sonnenschein war der NABU-Infostand gut besucht. Quelle: NABU/ Ulrich Schwenk



Am vergangenen Sonntag, dem 24. September 2017, haben wir zusammen mit Ihnen die alte Obstkultur unserer Heimat wieder lebendig werden lassen. Etwa 2.500 Besucher kamen zu dem 10. Aachener Obstwiesenfest, das diesmal rund um das Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath gefeiert wurde. Bei schönstem Sonnenschein erwartete die Besucher ein kunterbuntes Programm rund um Apfel, Birne und Co.: Ein Markt mit vielfältigem Angebot an Marmeladen, Säften, Kompott, Likören, Käse, Pflanzen und vielem mehr, neues und altes Handwerk wie Wollespinnen, Korbflechten oder Oldtimer-Traktoren, außerdem Kräuterwanderungen, Hütehundvorführungen oder Obstbaumschnitt-Kurse. Die Kinder konnten beispielsweise auf Bäume klettern, eigenhändig Apfelsaft pressen, Nistkästen bauen oder ihr Wissen in der Obstwiesenfest-Ralley prüfen. Ein besonderes Highlight war zudem der Pomologe, der mitgebrachte Äpfel und Birnen aus dem heimischen Garten bestimmte.



Für die Herstellung von Apfelsaft ist auch viel Muskelkraft erforderlich. Quelle: NABU/ Ulrich Schwenk


Der NABU-Stadtverband Aachen und die NABU-Naturschutzstation Aachen präsentierten sich mit zwei Ständen samt Infomaterial und zahlreichen lokalen Apfelsorten und beantworteten den interessierten Besuchern viele Fragen. Der NABU setzt sich in Aachen aktiv für den Erhalt hochstämmiger Obstwiesen ein: Zum einen, um einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Tiere zu bewahren, zum anderen, um die lokalen Arten nicht aussterben zu lassen. Denn leider ist ein deutlicher Rückgang der hochstämmigen Obstbäume zu verzeichnen und heimische Kostbarkeiten wie Aachener Hausapfel, Münsterbirne, Seidenhemdchen oder die Aachener Grauschale sind immer seltener zu finden. Um diesem Trend entgegen zu arbeiten, erfasst die NABU-Naturschutzstation Aachen die Standorte alter Bäume, pflegt und veredelt Altbäume und pflanzt Jungbäume. So werden 600 Obstbäume mit 70 alten Sorten auf einer Fläche von insgesamt 30 Hektar von der NABU-Naturschutzstation Aachen betreut.



Dr. Manfred Aletsee (rechts), Leiter der NABU-Naturschutzstation Aachen, präsentierte die neue Broschüre über alte Apfelsorten. Quelle: NABU/ Ulrich Schwenk


Veranstaltet wurde das 10. Aachener Obstwiesenfest von der Biologischen Station der Städteregion Aachen, der NABU-Naturschutzstation Aachen, der Stadt Herzogenrath, der Stadt Aachen und der Städteregion Aachen, mit freundlicher Unterstützung des Landschaftsverbands Rheinland und vieler weiterer Förderer. Es war in diesem Jahr zugleich der Auftakt für die Veranstaltungsreihe „Stadt Land Fluss – Vielfalt im Aachener Land“. Diese Vielfalt präsentiert sich vom 30. September bis 15. Oktober in 86 Veranstaltungen. Nähere Informationen finden Sie unter: http://naturschutzstation-aachen.de/stadt-land-fluss-vielfalt-im-aachene...
 
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